Kibbuz

Fehlermeldung

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Kibbuzim sind auf Kollektiveigentum basierende ländliche Gemeinschaften in Israel. Der erste Kibbuz wurde 1909 am See Genezareth gegründet. Ihm folgten ungefähr 270 weitere Kibbuzim mit insgesamt knapp 130.000 EinwohnerInnen. Die ersten Kibbuzim wurden von zumeist jungen akademisch geprägten EinwandererInnen aus Osteuropa aufgebaut. Kennzeichnend für den Kibbuz war, dass es innerhalb der Gemeinschaft kein Privateigentum gab: alle bekamen das Gleiche zum Leben, das Eigentum des Kibbuz wurde kollektiv und basisdemokratisch verwaltet, es wurde ein Einheitslohn eingeführt, der unabhängig von der individuellen Leistung gezahlt wurde. Die meisten Kibbuzim reproduzierten sich dabei über Landwirtschaft auf subsistenzwirtschaftlicher Basis.

Innerhalb vieler Kibbuzim herrschte lange Zeit überhaupt kein Geldverkehr. So konnte beispielsweise jedes Kibbuzmitglied im Speisesaal das essen, was er oder sie wollte und sich die benötigten Medikamente in der Kibbuz-Apotheke nehmen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Die Kinder wuchsen im Kibbuz nicht bei den Eltern, sondern ab der Geburt gemeinsam mit anderen Kindern in Kinderhäusern auf.

Spätestens seit den 70er-Jahren durchläuft der Kibbuz fundamentale Veränderungsprozesse. Es fand eine Umstellung von der sich nicht mehr selbsttragenden Landwirtschaft auf Industrie statt und neue Lebensentwürfe erhielten Einzug in das Kibbuz-Leben. Heute ist der Großteil der Kibbuzim privatisiert und die meisten der früheren Grundprinzipien wurden aufgegeben. So gibt es heute Privateigentum und Kinder wachsen nun in den Familien auf. In einigen Kibbuzim gibt es jedoch bis heute einen Einheitslohn. Gleichzeitig kommen neue Formen von Kibbuzim auf. Es gibt ein New-Kibbuz-Movement und ein Urban-Kibbuz-Movement.

Der Film »Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma‘abarot« erzählt die Lebensgeschichte von fünf Menschen, die in den 30er-Jahren aus Deutschland flohen, oder den Nationalsozialismus dort überlebten. Im Film wird auch das Thema Kibbuz näher beleuchtet. Trude Simonsohn und Irmgard Heydorn sind eng mit Ma‘abarot verbunden. Der Film wurde von der Gruppe Docview gemacht, deren Teil Adrian Oeser ist.